Nanni Balestrini: Carbonia

Buchhandlung im Volkshaus



Nanni Balestrini ist dank verschiedener Übersetzungen seiner Werke auch im deutschen Sprachraum bekannt als Vertreter einer neuen Italienischen Literatur, die in den frühen Sechziger Jahren entstanden ist.

Nun ist im kleinen Wiener Verlag "bahoe books" Balestrinis neustes Buch, das im italienischen Original 2013 bei Bompiani unter dem Titel "Carbonia - Eravamo tutti comunisti" erschienen ist. Diese eigenwillige Übersetzung des Untertitels auf dem vorderen Buchumschlag entspricht durchaus dem Programm des politisch-literarisch äusserst engagierten Verlages.

Carbonia ist eine 1938 am Reissbrett entworfene Mono-Stadt im wilden Landesinneren der Mittelmeerinsel Sardinien. Sie wurde zum Zwecke der Kohleförderung geplant und errichtet und galt als ein Musterprojekt des faschistischen Italiens. Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Stadt auf 60.000 Einwohner an. In den 1950ern folgten einige harte Streiks und Auseinandersetzungen zwischen den gut organisierten Kumpeln und der Firmenleitung. Mit der Zeit verlor die sardische Kohle jedoch an Bedeutung und sämtliche Minen wurden bis 1971 wieder geschlossen. Heute erinnert in Carbonia ein Bergbaumuseum an den Ursprung der Stadt. Nanni Balestrini setzt dieser Stadt und ihren Kämpfen ein literarisches Denkmal.

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