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ekz-Bibliotheksservice, 31/2020



Phoolan Devi (1963-2001) kam in Zentralindien im Bundesstaat Madhya Pradeshs zur Welt. Sie wuchs als Angehörige einer niederen Kaste unter ärmsten Bedingungen auf. Mit 11 Jahren wurde sie an einen 35-Jährigen verheiratet, der sie vergewaltigte. Auch danach erfuhr sie mehrfach traumatisierende Misshandlungen und Vergewaltigungen. Eines Tages wurde sie von Outlaws entführt, führte später diese an und wurde als "Banditenkönigin" berühmt. Einen Teil der Beute aus ihren Raubzügen verteilte sie an die Armen, die sie dafür verehrten. Von den Behörden erfolglos gejagt, ergab sie sich 1983 öffentlichkeitswirksam und saß ohne Gerichtsverhandlung 11 Jahre im Gefängnis. Nach ihrer Freilassung schloss sie sich der "Samajwadi Party" (Sozialistische Partei) an und zog ins indische Parlament ein. 2001 wurde sie aus Rache getötet. Die Autorin und Illustratorin erzählt Phoolans Leben aus der Ich-Perspektive. Die farbigen Zeichnungen und die dramaturgische Gestaltung fesseln sehr. Sie vermitteln einen tiefen Eindruck über die Stellung der Frau in Indien und in das noch immer vorherrschende Unrecht des Kastensystems.



Rezensiert von: Carl Münzel