Mauthausen

Hessische Lehrerzeitung, 25. 4. 2020



Es gibt viele Comicalben, die sich mit dem Thema Faschismus beschäftigen, zum Beispiel mit dem Konzentrationslager Mauthausen. Rund 200.000 Menschen waren dort im Laufe der Jahre interniert. Die Hälfte von ihnen hat nicht überlebt. Die Juden waren ohnehin zum Abschuss freigegeben und dem Sadismus von SS und Kapos hilflos ausgeliefert. Den anderen Gefangenen ging es nur deshalb etwas besser, weil die Deutschen sie als kostenlose Arbeitssklaven hielten. Wer allerdings krank und arbeitsunfähig wurde – und das ging bei der Arbeit im Steinbruch ohne genug Nahrung oder Schutz vor Kälte schnell –, lebte auch nicht lange. Autor Jordi Peidro beschreibt in seinem Co- mic „Mauthausen“ die Geschichte eines Mannes, der als antifaschistischer Spanienkämpfer in den politischen Wirren der damaligen Zeit in Mauthausen interniert wurde. Das Besondere an diesem Album ist, dass der Mechanismus deutlich wird, mit dem die Gefangenen innerlich gebrochen und zu Wesen ohne Identität gemacht worden sind. Es ist unglaublich, was Menschen einander anzutun in der Lage sind und wie steigerungsfähig selbst die größte Niedertracht noch ist, wenn sie mit deutscher Gründlichkeit betrieben wird. Ein Album, das klar macht, wohin Nationalismus, Rassismus und die Unterscheidung von „lebenswertem“ und „unwertem“ Leben führen.



Rezensiert von: Peter Hetzler