Empfehlung Ekz

Ekz, 27. 4. 2020



Hilda Dajč kam als 19-Jährige in das KZ Sajmište in Belgrad. In mehreren Briefen schilderte sie die grausamen Bedingungen im Lager bis zu ihrem Tod im Gaswagen. In einem Notizbuch hält ein Mann namens Radoslav sein Leben fest, von seiner Geburt bis 1944: zu diesem Zeitpunkt endet die Niederschrift mitten im Satz. Jugoslav Cikusa erzählt von der Ankunft amerikanischer Fallschirmjäger in Ub, von denen letztlich nur einer überlebte. In "Partisanenpost" dokumentiert der serbische Comicautor und Zeichner Aleksandar Zograf (d.i. Saša Rakezić) das Leben in Jugoslawien unter der deutschen Besatzung von 1941-1944 auf vielfältige Art und Weise. In drei längeren und mehreren kürzeren Episoden erzählt er vom Leiden, Tod, Propaganda und Widerstand. Die Zeichnungen verstärken den dokumentarischen Ansatz und Stil des textlastigen Comics. - Ein wichtiger, aber insgesamt nicht sehr eingängiger Comic über einen wenig bekannten Aspekt der nationalsozialistischen Verbrechen und des Widerstands einzelner Menschen dagegen.
Geeignet für Großstadtbibliotheken.



Rezensiert von: Jürgen Maiworm