Ein Comic über Sklaverei?

Brasilien Nachrichten, Nr. 160/2019



Ein Comic über Sklaverei? Ja, das geht! Marcelo recherchierte elf Jahre zur Republik Palmares und zum Freiheitskampf der aus der Sklaverei entflohenen Menschen. Herausgekommen ist eine dichte in schwarz-weiß (wie auch sonst) gehaltene graphic novel. Tata, Zona, Ganga Zumba, Zumbi, Cuca – und wie sie alle heißen – geben der Geschichte ihre eigene Färbung und ihren eigenen Klang. Der Zuckerrohranbau im 16./17. Jahrhundert in Brasilien wäre ohne sie nicht möglich gewesen. Das Gemeinwesen von Palmares in Pernambuco bestand aus verschiedenen Siedlungen, den Quilombos – fast 20.000 Menschen lebten über die Serra da Barriga verteilt. Sie bauten Mais, Maniok, Bohnen, Süßkartoffeln und Zuckerrohr an, hielten Geflügel und Schweine. Die portugiesische Kolo-nialmacht entsandte Militärs, Bandeirantes unternahmen Streifzüge, es gab aber auch Versuche, Friedensabkommen zu schließen.In vielen Strängen wird der Kampf geschildert. Dabei helfen die ausführlichen Kapiteleinführungen wie auch das Glossar und die Erläuterungen am Ende des Buches, den Überblick zu behalten.1888 mit dem ‚lei áurea‘, dem goldenen Gesetz, wurde in Brasilien die Sklaverei abgeschafft. Und heute antwortet ein brasilianischer Freund, auf die Frage, aus welchen Lande Afrikas er komme: „Das weiß ich nicht, meine Vorfahren wurden entführt.” Somit ist dieses Buch aktueller denn je.



Rezensiert von: Anne Reyers
Link: www.brasiliennachrichten.de/download/BN160eBook.pdf