Graphic Novel über KZ-Fotografen

Kronen Zeitung, 15. 10. 2019



Spanier brachten die Geschichte ihres Landsmanns in Comic-Form zu Papier

„Der Fotograf von Mauthausen“ heißt ein neues Graphic Novel der Spanier Salva Rubio, Pedro J. Colombo und Aintzane Landa, das die Geschichte ihres Landsmanns Francisco Box erzählt. Dieser war Häftling im Konzentrationslager und wurde dort als Fotograf zur Dokumentation eingesetzt. An die 20.000 Aufnahmen bewahrte er vor der Vernichtung, sie zeigen bis heute das Grauen im KZ.

In fünf Sprachen wurde das Graphic Novel – also ein Comic mit komplexer, meist düsterer Handlung in Buchform – bereits übersetzt, nun erschien „Der Fotograf von Mauthausen“ auch auf Deutsch. Auf 168 Seiten erzählt Autor Salva Rubio mit den Illustratoren Pedro J. Colombo und Aintzane Landa, wie der Katalane Francisco Box im KZ Mauthausen das Grauen der Vernichtungslager festhielt.

Boix geriet 1940 in deutsche Gefangenschaft und wurde mit 7000 anderen spanischen Häftlingen nach Mauthausen deportiert. Dass er fotografieren konnte, rettete ihm vermutlich das Leben. Er wurde im Erkennungsdienst eingesetzt, wo er Fotografien zu Gesicht bekam, die er als wichtige Beweise für die Verbrechen der Nazis erkannte. Gemeinsam mit weiteren Häftlingen versteckte er immer wieder Negative und Abzüge der Bilder, konnte sogar manche aus dem Lager herausschmuggeln. Später dokumentierte er fotografisch die Ankunft der amerikanischen Truppen, die Überlebenden und die Opfer der Gewalt.

„Der Fotograf von Mauthausen“ ist nicht nur ein bedrückender Comic, sondern klärt in einem umfangreichen Anhang auch umfassend über die historischen Fakten auf. Auch Gregor Holziger von der Gedenkstätte KZ Mauthausen lieferte dazu einen Beitrag. Das spanische Graphic Novel ist auf Deutsch im bahne Verlag erschienen.



Rezensiert von: Jasmin Gaderer