Mexikoplatz, auch ein Heldenplatz

Der Falter, Nr. 41, 9. 10. 2019



Mexikoplatz, auch ein Heldenplatz Das Gedenken in Österreich kreist oft um den Heldenplatz. Dem Historiker Berthold Molden ist es zu verdanken, dass er im Erinnerungsjahr 2018 einen anderen Wiener Platz in Erinnerung rief: den Mexikoplatz.

Er heißt so, weil Mexiko - als einziges Land weltweit -gegen Österreichs "Anschluss" an Deutschland im März 1938 protestierte und verfolgten Österreicherinnen und Österreichern Asyl gab.

Molden holte gemeinsam mit Kunstvermittlern, Künstlern und Historikern im Jahr 2018 das Thema Migration, Flucht und Exil in die Gegenwart. Der nun erschienene Band dokumentiert mit zahlreichen Bildern und Grafiken die vielen Aktionen auf dem Mexikoplatz in jenem Jahr. Etwa die Installation des Graphic-Novel-Künstlers Thomas Fatzinek, bei der im Linolschnittverfahren verfertigte Plakate auf Litfaßsäulen geklebt wurden und die das Herzstück des Konzepts war. Oder den Filmschwerpunkt "Der exilierte Blick", eine Ausstellung über Erinnerungskultur in Mexiko oder die Workshops für Anrainer und Schüler.



Rezensiert von: Barbara Tóth
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