Michail Bakunin und die Musik

Pretty in Noise, 4/19



In Jannis Mallouchos‚ Buch Der Gesang der Okeaniden, das bereits 2017 im österreichischen Verlag bahoe books erschienen ist, lernen wir Bakunin von einer anderen, sagen wir musikalischen, Seite kennen.

Der Gesang der Okeaniden. Der Titel ist der einen oder dem anderen vielleicht aus dem Buch Buch der Lieder von Heinrich Heine bekannt. Zu finden dort in Die Nordsee, zweiter Zyklus. Aber zurück zu Bakunin und seiner besonderen Beziehung zur Musik.

Dem eigentlichen Buch wird ein Zitat von Bakunin vorangestellt, aus welchem sich bereits die Ehrfurcht herauslesen lässt, mit der der grandiose Theoretiker der Musik begegnet.

„Die Musik allein hat einen Platz in der gegenwärtigen Welt, gerade weil sie nichts Bestimmtes zu sagen den Anspruch hat, und nur die allgemeine Stimmung, die große schmerzliche Sehnsucht ausspricht, welche in der Gegenwart herrscht, und deshalb muss sie auch eine große, tragische Kunst sein.“

Im Buch selbst gehen wir als LeserInnen mit auf den Weg Michail Bakunins. Immer unter dem musikalischen Gesichtspunkt. Wir lernen seine Bekannten und FreundInnen kennen, die mit der Musik verbandelt sind. Wir erfahren für welche Musik und welche Komponisten etc. er schwärmte und nehmen Teil an spannenden Begegnungen aus Bakunins zweifelsfrei bewegtem Leben, wie zum Beispiel das Aufeinandertreffen mit Wagner während des Dresdner Maiaufstandes 1849.

Hinzu kommen die mehr als interessanten Briefwechsel aus denen sich abermals die besondere Wirkung von Musik auf Bakunins Denken herauskristallisiert. Musik als Ausdruck von politischem Verständnis.

Der Gesang der Okeaniden ist ein informatives Buch, dass (leider) nicht unbedingt die leichteste Kost ist. Kein Buch für nebenbei, sondern eines, dass die volle Aufmerksamkeit benötigt und vor allem verdient.



Rezensiert von: Paul Schall
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