Am Peršmanhof 1945

Mo, Nr. 53, 11/2018



Erinnerungen an eine Nacht, die nicht vergessen werden kann. Gedanken an die eigene Familie, die durch Mitglieder des SS- und Polizeiregiments ermordet wurde. Kärntner SlowenInnen, PartisanInnen, NS- Diktatur. In der Graphic Novel von Evelyn Steinthaler und Verena Loisel werden die Geschehnisse vom 25. April 1945 am Peršmanhof illustriert. Nur wenige Tage, bevor die Gegend von den Alliierten befreit wurde, fand auf diesem Bauernhof eines der letzten Verbrechen der NS-Regierung an der Bevölkerung in Kärnten statt. Elf Personen starben, drei überlebten – eine davon ist Ana Sa- dovnik, die noch heute auf dem Peršmanhof – heute ein Museum – lebt und sich als alte Frau an die Verbrechen jener Tage erinnert.

Bereits im Prolog wird man von der Autorin in die damalige Zeit zurückversetzt – beim Lesen taucht man tief ein und fühlt mit den dargestellten Personen mit. Der Peršmanhof und seine Umgebung waren damals wichtig für den Widerstand und die PartisanInnen, die am Hof ein und aus gingen. Als nach einem Viehdiebstahl Mitglieder des SS- und Polizeiregiments den Peršmanhof stürmten, mussten die überraschten Partisanen in den an- grenzenden Wald flüchten. Jene zwei Familien, die den Hof bewohnten, versteckten sich. Nach einem längeren Gefecht zog sich das SS- und Polizeiregiment zurück. Sie beratschlag- ten in einem nahegelegenen Bauernhof über die weitere Vorgehensweise und kamen dann zurück, um die Habseligkeiten der Familien und Parti- sanen zu rauben. Dann wurde der Schießbefehl zur Ermordung der Familien erteilt und Freiwillige setzten die Exekution um, den Hof zündeten sie nachher an. Nur drei Kinder, gelang es, sich zu verstecken und in den Wald zu flüchten. Eine Geschichte, „die erzählt werden muss“. Eine Geschichte, die unbedingt gelesen wer- den muss. Sie lässt einen beim Lesen nicht kalt.



Rezensiert von: Stefanie Humer
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