Die Bonnot Bandevon Richard Parry

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Aktualisierte und überarbeitete dition
Aus dem Englischen von Osama Gobara
15 x 23 cm | Broschur
200 Seiten | € 16,00
ISBN 978-3-903022-44-7
Erschienen im Jänner 2017
Richard Parry

Die Bonnot Bande



Das ist die Geschichte der berüchtigten Bonnot Bande, jener anarchistischen Bankräuber, die zum ersten Mal ein Auto als Fluchtfahrzeug eingesetzt haben. Sie vereinigten sich rund um die Zeitung L’ anarchie von Victor Kibaltschitsch (später bekannt als Victor Serge) und verschrieben sich dem Illegalismus, einer alltäglichen Praxis im Kampf gegen das Eigentum und die Gesetze der Reichen: Befreiung entsteht demnach durch die unmittelbare Aneignung der Reichtümer der Bourgeoisie durch Diebstahl, Überfälle und Raub. Ihre spektakulären Aktionen und ihr dramatischer Tod machte sie zu Legenden unter den Revolutionären dieser Welt. Gleichzeitig ist dieses Buch ein wunderbares Porträt des Paris der Jahrhundertwende. 30 Jahre nach der Niederschlagung der Kommune war Paris eine Hochburg exilierter und heimischer Rebellen, der radikalen Gewerkschaft CGT, der kleinen Zeitungen, wo auf jeder Seite Sprengstoff genug war, es war das Paris von Anatole France, Ravachol und Louise Michel, das Paris wo der Widerstand gegen die Staatsgewalt einen Sinn hatte. Parry griff bei seiner intensiven Recherche auf Archive in Paris, Amsterdam und London zurück und stellt die philosophischen Wurzeln des IndividualAnarchismus bei Nietzsche und Stirner dar. Die korrigierte und überarbeitete Neuauflage mit einem Nachwort von Errico Malatesta ist mit zahlreichen raren Originalaufnahmen, Karten und Zeichnungen bebildert.

Weder verurteilt noch glorifiziert Parry die Bonnot Bande. Stattdessen versucht er ihre Aktivitäten in einer ideologischen Tradition zu verorten und, mindestens genauso wichtig, in den gnadenlosen Klassengegensätzen, welche die damalige französische Gesellschaft charakterisierten.

Ulf Gyllenhak in Dagens Nyheter